Eine Problemgeschichte der Gegenwart schreiben: Beobachtungen im Niemandsland zwischen Politischer Ökonomie, Zeitgeschichte und Soziologie

Referent/in: Prof. Dr. Lutz Raphael
am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung (MPIfG), München, 09.07.2015

In seinem Vortrag am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung (MPIfG) beschäftigt sich Prof. Lutz Raphael mit den methodischen und theoretischen Perspektiven, die in den gegenwärtigen Debatten um eine kritische Analyse und historische Einordnung der jüngsten Zeitgeschichte sichtbar werden. Während von zeithistorischer Seite die Auseinandersetzung mit den sozialwissenschaftlichen Deutungen, aber auch empirischen Beobachtungen der letzten vier Jahrzehnte intensiver geführt wird, wird von sozialwissenschaftlicher Seite Bedarf nach historischer Verortung der eigenen Modelle angemeldet. Für eine „Problemgeschichte unserer Gegenwart“ sind damit Fragen nach gemeinsamen methodischen und theoretischen Bezügen sozialgeschichtlicher und sozialwissenschaftlicher Forschung von unerwarteter Aktualität. Der Vortrag diskutiert, ob ein aktualisiertes Konzept von „Wirklichkeitswissenschaft“ (Max Weber) Treffpunkt der verschiedenen disziplinären Perspektiven sein kann, und welche Anregungen politische Ökonomie, Wirtschaftssoziologie und Geschichtswissenschaft in die aktuellen Debatten um die Entstehung des „Finanzmarktkapitalismus“ und den Aufstieg des „Neoliberalismus“ einbringen können.

Der Vortrag ist öffentlich.


Forschungsverbund:
DFG-Antragspaket „Nach dem Boom“
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Prof. Dr. Lutz Raphael

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