Die Forschungsgruppe „Resilienz“ geht in die Zweite Förderphase

Ein innovativer Ansatz der Resilienz-Forschung

Historiker, Soziologen und Rechtswissenschaftler der Universität Trier werden drei weitere Jahre mit zwei Millionen Euro gefördert.

 
 

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat Anfang Juli die Verlängerung der Förderung der interdisziplinären Trierer Forschungsgruppe „Resilienz. Gesellschaftliche Umbruchphasen im Dialog zwischen Mediävistik und Soziologie“ mit einer Fördersumme von zwei Millionen Euro bewilligt.

Die Forschungsgruppe „Resilienz“ zielt im Dialog zwischen historischen Disziplinen und Soziologie auf die Erarbeitung und Weiterentwicklung eines Resilienzkonzeptes. Dabei geht es insbesondere um die Analyse nichtlinearer, sich auf mehreren Ebenen vollziehender sozio-historischer Prozesse, die durch eine enge Verknüpfung von Phänomenen der Kontinuität und Diskontinuität charakterisiert sind, wie es z.B. für historische Prozesse des 13.–17. Jahrhunderts postuliert wird.

Potenziale für Forschung ausloten

Mit diesem innovativen Ansatz, der Resilienz als Prozessheuristik versteht, lotet die Forschungsgruppe die Transformationserfordernisse bei der Übertragung des Resilienzansatzes insbesondere aus dem sozialökologischen Diskurs und die sich daraus ergebenden Potentiale für die sozio-historische Forschung aus.

Als Sprecher der Forschungsgruppe fungiert in der zweiten Förderphase Prof. Dr. Martin Endreß, Allgemeine Soziologie der Universität Trier. Die Fördersumme für die Verlängerung der Forschungsgruppe beläuft sich auf zwei Millionen Euro.

Sechs Projekte

Die Trierer Forschungsgruppe besteht aus sechs Projekten – drei geschichtswissenschaftlichen, einem rechtswissenschaftlichen und zwei soziologischen. Im Einzelnen sind dies die geschichtswissenschaftlichen Projekte:

  • „Aschkenasische Juden im späten Mittelalter. Bewältigungs-, Anpassungs- und Transformationspotentiale regionaler Netzwerke“ (Prof. Dr. Lukas Clemens/Dr. Christoph Cluse)
  • „Resilienz in Süditalien unter den frühen Anjouherrschern (1266–1309)“ (Prof. Dr. Lukas Clemens)
  • „Kriminaljustiz im Westen des Reiches (15. bis 17. Jahrhundert). Resilienzprozesse am Beispiel von Hexerei- und Unzuchtsdelikten“ (PD Dr. Rita Voltmer)

Ebenfalls historisch ausgerichtet ist das rechtswissenschaftliche Projekt der Forschungsgruppe:

  • „Rechtsrezeption und Resilienz. Laiengerichtsbarkeit in Deutschland im 15. und 16. Jahrhundert“ (Prof. Dr. Thomas Rüfner).

Komplettiert wird die Gruppe durch die beiden soziologischen, gegenwartsanalytisch und systematisch angelegten Projekte:

  • „Theorie der Resilienz“ (Prof. Dr. Martin Endreß/Dr. Benjamin Rampp)
  • „Resilienzprozesse angesichts disruptiver Phänomene. Zur gesellschaftlichen Wahrnehmung von Sicherheitspolitiken und terroristischen Bedrohungen“ (Prof. Dr. Martin Endreß).

 

Der Textauszug stammt aus der Pressemitteilung der Universität Trier.